Saturday, May 1, 2010

Politeia und ich 2

Also meine Ausgabe der Politeia hat 507 Seiten Umfang und ist in 10 Bücher eingeteilt. Momentan bin ich auf Seite 64, dem Anfang vom zweiten Buch.

Bislang bin ich sehr erstaunt, dass alles relativ einfach zu lesen ist. Obwohl ich manchmal das Gefühl habe, dass die Schlüsse, die Sokrates zieht zu schnell dem Leser präsentiert werden, als dass dieser alles nachvollziehen könnte. Jedenfalls würde ich nicht ausschließen argumentativ über den Tisch gezogen worden zu sein.

Zwei Sachen gefallen mir bisher gut: dass Oberflächlichkeit gnadenlos entlarvt wird - und mir ist erstaunlicherweise Thrasymachos sehr sympathisch. Ja, er steht durchaus für den Mann auf der Straße, der denkt man könne alle Begriffe im Handumdrehen positiv definieren. Aber er zeigt auch auf mit welchen Reaktionen man häufig leben muss, wenn man Dinge hinterfragt, die von einer Autorität getragen werden. Er tut mir ein bisschen leid. Ich finde er kommt schlecht weg, obwohl von seinen Fragen ja der Dialog eigentlich erst lebt.

Ein Manko meiner Ausgabe ist wohl, dass sie auf die sonst üblichen Stephanus-Paginierung verzichtet. Scheint mir aber nicht weiter tragisch zu sein, denn ich lese ja zum eigenen Spaß und zur Belustigung meiner Leser.

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